Marsch der Lebensschützer in Berlin

Moralisaure Ignoranz des wahren Lebens

(18.09.2015)

Am Wochenende findet wieder einmal der Marsch christlicher Fundamentalisten in Berlin statt. Dass eine Abtreibung keine leichtfertige Entscheidung wie die Auswahl einer Salatsauce ist, bezweifelt kein Mensch.

Der »Marsch für das Leben 2015« richtet sich dieses Jahr auch gegen die selbstbestimmte Entscheidung von Menschen über sich selbst, ihr Leben in Würde zu beenden.

Was es aber bringen soll diese sehr persönlichen, sehr belastenden Entscheidungen durch ein schlichtes »NEIN, du darfst nicht« zu ersetzten bleibt dennoch schleierhaft.

In früheren Zeiten war das Werkzeug die nachgeburtliche Spätabtreibung:

  • Missliebige Kinder töten
  • Missliebige Kinder auf dem Misthaufen aussetzen
  • Missliebige Kinder durch Mangelernährung und andere Misshandlungen sterben lassen.

Vor ca. 40 Jahren war genau diese Diskussion die Grundlage für eine bahnbrechende Gesetzesreform in diesem unserem Lande. Wollen wir das wirklich noch einmal durchdiskutieren? Zusammen mit neu eingewanderern Menschen, die Frauenrecht oder gar Persönlichkeitsrechte überhaupt nicht kennen?

Auch erlischt bei Frauen mit dem Eintritt der Gebärfähigkeit und bei Männern mit dem Beginn des wehrfähigen Alteres der Lebensschutz, da dann der Tod bei Schwangerschaft wie das Sterben im verdienstvollen Krieg als gutes christliches Lebensziel in Kauf genommen werden — christliche Leidkultur wie sie leiden und sterben lässt.