Freitodhilfe im Endspurt

Vorgänge im Vorfeld der Parlamentsentscheidung am Fr. 6. November 2015

(05.11.2015)

Am kommenden Freitag steht im Deutschen Bundetag die Entscheidung über die mögliche Kriminalisierung jeglicher Sterbehilfe an. Angesichts dessen, das 80 % der Bevölkerung kein Problem in Sterbehilfe sehen, darf man sich fragen, welche reaktionären Kräfte hier das Mittelalter wieder zurück holen wollen.

Juristische Pikanterie am Rande: Sollte die Sterbehilfe nun eine Straftat werden, dann wäre die Beihilfe zur etwas, was straffrei ist, eine Straftat. So etwas gibt es nirgendwo sonst im deutschen Recht. Aber vielleicht siegt am Freitag ja doch die Freiheit über den religiös motivierten Leidenszwang und das Umsatzinteresse der Pflegeindustrie.

Stellungnahmen von verschiedener Seite, die alle eine Sterbehilfe für eine würdige, letzte Hilfe straffrei haben wollen:

Mo. 2. November 2015

Kommentare zur inhaltarmen und tendenziösen Sendung „hart aber fair“:

Di. 3. November 2015

Pressekonferenz der Gruppen Gruppen Hintze/Dr. Reimann/Dr. Lauterbach und Künast/Dr. Sitte/Gehring beim Thema Suizidbeihilfe:

Mi. 4. November 2015

Der humanistische Pressedienst interviewte die zukünftige SPD-Generalsekretärin Dr. Katarina Barley zur möglichen Kiminalisierung der Freitodhilfe: http://hpd.de/artikel/12369

Am 2. Juli 2015 hielt Dr. Katarina Barley im Deutschen Bundestag diese Rede: https://youtu.be/0MrRmn-mKF8

Die Bild-Zeitung kommetiert das Interview abmahnsicher wie folgt:

Wir nehmen das jetzt mal als Ritterschlag hin. Abgesehen davon, dass die phantastische Recherchefähigkeit des Texters den humanistischen Pressedienst (hpd) fälschlich als Sprachrohr der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) darstellt. Und an Blaspemie-Preisen hat es mehrere, aber alle nicht von hpd oder gbs. Sagenhafte Sagen im abfärbenden Toilettenpapier*.

Do. 5. November 2015

Der Bundestag beschließt ein neues Hospiz- und Palliativgesetz. Damit will er den letzten Kritiker der Kriminalisierung jeglicher Sterbehilfe Honig ums Maul schmieren. Tatsache ist, das es völlig utopisch ist den jährlich 800.000 sterbenden Menschen in diesem unserem Lande eine Palliativversorgung anbieten zu können. Und zweitens gibt es auch Menschen, die trotz vorhandener Versorgung immer noch leiden, egal ob an Schmerzen oder an den erbärmlichen Einschränkungen die ihre Erkrankung mit sich gebracht hat.

In der Praxis dürfte diese Entscheidung zu steigenden Umsätzen der bisher schon vorhandenen Hospiz- und Palliativeinrichtungen führen. Dies wird jedoch den Patienten, die unter ihren krankheitsbedingten Einschränkungen unterträglich leiden und den 10–20 % an Patienten mit chronischen Schmerzen, die auf keine Schmerztherapie ansprechen, nicht helfen.

Derzeit sterben ca. 50 % der Menschen in Krankenhäusern, weitere 40 % in Pflegeheimen. Dabei erhalten ca. 30 % eine palliative Letztversorgung.

Lesetipp: Chat zur Sterbehilfe und zu Patientenverfügungen mit Volker Leisten von der Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS)

Fr. 6. November 2015

Die Abstimmungsempfehlung für Freitag, den 6. November 2015:

  • Entweder ALLE Anträge ablehnen
  • Oder NUR dem Gruppenantrag Hintze/Reimann zustimmen

* die Druckfarbe der Bild-Zeitung färbt vergleichsweise stark ab, so dass der Gebrauch als Toilettenpapier schwarz-rötliche Streifen am hinteren Ende zu Folge haben kann.