Sa. 7. September 2013 • Bundesweiter Aktionstag gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz (GerDiA)

(07.09.2013)

Bundesweiter Aktionstag gegen religiöse Diskriminierung am ArbeitsplatzSpenden? Aber sicher: http://www.helpedia.de/spenden-aktionen/gerdia

Mit einem bundesweiten Aktionstag wird die Kampagne “Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz” (GerDiA) auf die Situation der Beschäftigten in Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft aufmerksam machen. In 10 Städten werden am 8. September Aktionen stattfinden, die darauf hinweisen, dass in diesen Einrichtungen wichtige Grundrechte nicht gewährleistet sind, und ein Ende dieses Zustandes fordern.

Sozialeinrichtungen sind keine kirchlichen Einrichtungen, das Personal in Krankenhäusern oder Kindertagesstätten muss nach Kriterien ausgewählt werden, die sich aus den Interessen der Patienten bzw. Kinder ergeben, nicht aus den Moralvorstellungen der Kirchen. In Zeiten, in denen über Fachkräftemangel im Sozialbereich geklagt werde, darf die Religionszugehörigkeit bei der Einstellung eben so wenig eine Rolle spielen wie die Frage, mit wem oder wie oft ein Mensch verheiratet ist. Die Antidiskriminierungsbestimmungen müssen endlich konsequent umgesetzt werden. Ausnahmeregelungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf es nicht geben.

Derzeit finden Arbeitssuchende in Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft keine Anstellung, wenn sie keiner christlichen Kirche angehören; in katholisch geführten Betrieben auch dann nicht, wenn sie mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zusammenleben, ein “uneheliches” Kind haben oder nach einer Scheidung eine neue Partnerschaft eingegangen sind. Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden nicht von den Kirchen, sondern – wie alle anderen Sozialeinrichtungen auch – aus öffentlichen Mitteln, vor allem der Sozialkassen, finanziert. Trotzdem findet in ihnen weder das Betriebsverfassungsgesetz noch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz Anwendung.

Informationen über unseren Stand und mögliche Kooperationen werden nachgetragen.